Zwischen neu gestaltetem Hafen, verlängerter Strandpromenade und der künftigen Seebühne ist der Passagiersegler für Immenstadts Bürgermeister Gerd Bischoff „das I-Tüpfelchen“ am Großen Alpsee. Freitagabend getauft, hört das „jüngste Kind des anspruchsvollen Projektes Alpsee 2000“ nun auf den klingenden Namen „Santa Maria Loreto“. Unzählige Menschen verfolgten den Festakt mit Taufe und kirchlicher Segnung, während die Bühler Blasmusik für den passenden Rahmen sorgte.
In den vergangenen 25 Jahren habe Immenstadt viele kommunale Kinder auf den Weg gebracht, erinnerte Bischoff. Wohl keiner habe sich träumen lassen, dass darunter auch ein Schiff sein könnte. Eben dieses ist nun Wirklichkeit, zu großen Teilen finanziert aus dem Stadtsäckel und von Geldern der Europäischen Union. Sein Mögliches trägt zudem der Betreiber, der „Verein Historischer Segler Alpsee-Immenstadt“ unter Vorsitzendem Hermann Seltmann, bei. „Bürgersinn im Besten“, lobte der Bürgermeister das große Engagement.
Bereits bei Planung des Projektes „Alpsee 2000“ habe man mit einem Motortaxi geliebäugelt, um Einheimischen wie Gästen Fahrten auf dem größten Allgäuer Natursee zu ermöglichen. Nach einer „geistigen Anleihe“ in Immenstaad am Bodensee (dort fährt ein größerer Passagiersegler) wurde daraus ein Segelschiff mit kleinem Elektromotor. Begeistert zeigte sich Bischoff von den vielen Namensvorschlägen: „Leicht war die Auswahl für die Jury nicht.“
Seltmann freute sich über die „mutige Stadt mit einem Bürgermeister, der ein kurzes Zeitfenster nutzte“ (als sich die Möglichkeit für den satten EU-Zuschuss bot, hatte der Stadtrat nicht lange gezaudert). „Viele haben mitgewirkt, dass dieser Traum wahr wurde“, dankte der Vorsitzende Helfern und beteiligten Firmen. „Ich wünsche unserer kleinen Lädine viel Glück und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel.“
Der Taufe durch Bürgermeister-Gattin Brigitte Bischoff folgte der kirchliche Segen durch die Pfarrer Alois Zeller und Johannes Goldhahn. „Ein Boot ist immer ein Zeichen der Gemeinschaft“, betonte Zeller. Es ermögliche es den Menschen, „in diesem Stück wunderschönen Land zu Gottes Schöpfung hinzufinden, sich zu freuen und zu danken“. Goldhahn unterstrich den schönen Bezug des Namensteils „Loreto“ zu den beiden Kirchen, die auf dem Bühler Hügel das Gesicht des Alpsees prägen. Der häufiger zu findende Namensteil „Santa Maria“ sei ein augenzwinkernder Hinweis auf das Flaggschiff von Christoph Columbus.
















