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Stapellauf für Alpsee-Lädine

Verein "Historischer Segler Alpsee-Immenstadt" feiert
Vorsitzender Seltmann: Träume allein bauen kein Schiff
Jetzt folgt technischer Ausbau in Bregenz

„Träume allein bauen kein Schiff“ – das ist auch Hermann Seltmann, Vorsitzender des Vereins „Historischer Segler Alpsee-Immenstadt“ klar. Für den Bau eines Passagierseglers im Stil historischer Lädinen bedurfte es so weit mehr als nur der Idee. Doch aus dem Engagement von Bürgern im Zusammenspiel mit politischer Unterstützung kann eben einiges erwachsen, auch ein stattliches Segelboot für den Großen Alpsee. Am Samstag feierten weit über 100 Menschen am Bodensee bei einem Stapellauf den fertigen Bootsrumpf.

Mit Girlanden im blauweißen Bayern-Stil und geschmücktem Richtbaum rollte das Schiff im württembergischen Friedrichshafen zu Wasser, um dann für den Endausbau zu einer Werft am österreichischen Ufer geschleppt zu werden. Dazu seemännische Weisen des Konstanzer Shanty-Chores und harmonisches Glockengeläut. Im Juni soll das rund zwölf Meter lange Schiff auf dem Großen Alpsee in See stechen.

Initiator und Betreiber des Seglers ist der eigens gegründete Verein „Historischer Segler Alpsee-Immenstadt“, der seglerisches Fachwissen und die Mannschaften stellen will. Auslöser für das rund 270.000 Euro teure Projekt waren Überlegungen der Stadt Immenstadt, auf dem Großen Alpsee eine motorisierte Fahrgast-Schifffahrt (Stichwort „Seetaxi“) zu betreiben. Ein Gedanke, der bei manchem Wassersportfreund wenig Begeisterung fand.

Das darauf initiierte Lädinen-Projekt hat gegenüber der Ursprungsidee manchen Vorteil: Das beginnt schon damit, dass sich der Passagiersegler auf dem Alpsee wie alle anderen Boote den Windverhältnissen anpassen und folglich nicht unberechenbare Kurse steuern wird. Weiter halten viele Förderer des Projektes einen Segler auch aus optischen Gründen für die bessere Alternative auf dem Alpsee. Ganz wesentlich aber ist, dass nun engagierte Bürger gemeinsam für den Betrieb verantwortlich zeichnen und so die Stadt entlasten. Immenstadt ist nur am Bau finanziell beteiligt, wobei die Hälfte der Kosten aus Mitteln der Europäischen Union stammt. Zudem wird sich der Verein selbst erheblich an den Kosten beteiligen: zum einen über Mitgliedsbeiträge und Spenden, zum andere über Eigenleistungen.

Kaum vorstellbar, aber unter Regie des Vorsitzenden Seltmann, der schon als Jugendlicher sein erstes Segelboot am Alpsee baute, beteiligen sich Helfer aktiv am Bootsbau. In Immen-stadt werden in mühsamer Handarbeit die beiden Masten samt Großbäumen und Gaffeln gefertigt. Dass das kein Kinderspiel ist, mag ein einfaches Beispiel verdeutlichen: Der 10,3 Meter lange Hauptmast wird aus einzelnen Leisten (aus heimischen Tannen) verleimt und anschließend rundgehobelt. Mast zwei mit rund 9,8 Metern Länge macht nicht viel weniger Arbeit.

Zu den technischen Daten: Die Lädine fasst etwa 25 bis 30 Passagiere, hinzu kommen mindestens zwei Mann Besatzung. Ihr segelfertiges Gewicht beträgt dann mit „Ladung“ rund 8,7 Tonnen. Ein Elektromotor mit Batterien stellt sicher, dass das Schiff auch bei Windstille sicher in den Bühler Hafen zurückkehren kann. Ein Bugstrahlruder hilft beim „Einparken“.
 

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