Am Chiemsee hieß es für die Segler aller neun olympischen Klassen, die für den Wettkampf aufgebaute Form zu konservieren, bis nach vier langen Tagen des Wartens endlich geeigneter Segelwind (Stärke 2-3 Beaufort) einsetzte und das Großevent rettete.
In der Laser-Klasse setzte Philipp Buhl am ersten Wettfahrttag gleich in der ersten Wettfahrt ein Zeichen seiner Topform. Nach gelungenem Start behauptete er sich in der Spitzengruppe, übernahm schließlich auf der Zielkreuz die Führung und siegte.
In der zweiten Wettfahrt konnte sich der SCAI-Segler wieder bis an die vierte Position vorsegeln, nachdem ein stärkerer Winddreher in der Startphase ihm zahlreiche Plätze kostete.
Anschließend in der (dritten Wettfahrt) gelang dem Segler vom Alpsee die beste Leistung. Der Start war ordentlich. Perfekte Starts können immer nur einzelne Segler realisieren, aber mit dieser Zielsetzung steigt auch das Frühstartrisiko. Dies vertrug die Szenerie nun ganz und gar nicht, denn es war klar, dass es bei diesem Event keinen Streicher mehr geben kann und mit einem Frühstart alle Hoffnungen auf ein Spitzenergebnis zu begraben wären. Philipp setzte bei diesen relativ schwierigen Windverhältnissen (ungleiche Windverteilung, Dreher und Böen) vielmehr auf seine taktische Stärke.
Die richtige Seitenentscheidung sowie gezielte Windwenden belohnten ihn bereits an der ersten Luvmarke mit der Führungsposition. Auf der zweiten Kreuz baute er den Abstand zum Feld weiter aus. Im Ziel verbuchte er klare Bestzeit vor Topsegler Grotelüschen (Lübeck), dem derzeit aussichtsreichsten Kandidaten für die Qualifizierung zu den olympischen Segelwettbewerben in Qingdao (China).
Philipp lag nun in der Zwischenwertung nach drei Wettfahrten um einen Punkt knapp in Führung und durfte sich in der letzten Wettfahrt natürlich weiterhin keinerlei Patzer leisten. Somit stieg auch die mentale Beanspruchung weiter. Solche Situationen hat er gut im Griff. Mit feinfühliger Segeltechnik und sicherer und guter Windtaktik segelte er als Zweiter, hinter dem B-Kader-Segler Tobi Schadewaldt (Kiel), über die Ziellinie. Damit stand Buhl als außergewöhnlich junger frischgebackener Internationaler Deutscher Meister der Laser-Klasse fest und ist nun aktueller Träger eines Doppel-EM- und IDM-Titels. Zweiter in der Gesamtwertung wurde Simon Grotelüschen vor Tobias Schadewaldt und Johannes Glitzky (Berlin). Der zurzeit Führende der Deutschen Laser-Rangliste, Malte Kamrath (Berlin), landete auf dem fünften Rang.




Segler-Nachwuchstalent Philipp Buhl vom Segelclub Alpsee Immenstadt krönt seine Segelsaison mit einem Deutschen Meistertitel in der olympischen Laser-Klasse. Der erst 17-jährige Gymnasiast aus Sonthofen-Berghofen segelte bei der Champions Week am Chiemsee nicht nur 63 Konkurrent davon, sondern verwies auch alle derzeit besten deutschen Kader-Athleten auf die Plätze.