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Vorsitzender Seltmann beim Eistee.
Sternstunde am Alpsee: Die Lädine ist da

Tieflader bringt 7,5 Tonnen schwere Segel-Attraktion nach Immenstadt-Bühl

Eine Sternstunde für den „Verein Historischer Segler Alpsee-Immenstadt“: Gestern lieferte eine Bodensee-Werft den rund 7,5 Tonnen schweren Passagier-Segler im Stil alter Lädinen in Bühl an. Unzählige Zuschauer säumten den Hafenbereich und verfolgten gespannt, wie ein Autokran den Segler ins Wasser hievte. Eine kleine Gruppe der Bühler Blasmusik spielte dazu den Schlager „Ein Schiff wird kommen“, während Alpsee-Wirt Franzl Braun den vielen vom Geschehen begeisterten Menschen Sekt spendierte.

Ab elf Uhr sollte der Sondertransport eintreffen, tatsächlich dauerte es rund 45 Minuten länger. Doch schon davor füllten gespannte Zuschauer den Beginn der Bühler Strandpromenade zwischen Gasthof Alpsee und dem Strandcafé. Mit unter ihnen Vorsitzender Hermann Seltmann, geistiger Vater des ehrgeizigen Projektes. Unter seiner Initiative hatten sich zahlreiche Oberallgäuer im Dezember 2000 zu einem Verein zusammengeschlossen und die Basis für den Nachbau eines Lastenseglers geschaffen.

Spektakulär war es anzusehen, wie wenig später das Segelschiff – da freilich noch ohne Masten – am Haken eines Autokranes baumelte und dann vorsichtig über Weglampen und Bäumchen hinweg zu Wasser gelassen wurde. In Windeseile folgte der erste technische Aufbau: das Setzen der beiden Masten, der eine knapp, der andere gut zehn Meter lang. Nicht einmal zwei Stunden nach Eintreffen des Sattelzuges konnten Seltmann und Co. probeweise die Segel hissen.

Einige technische Daten: Zwölf Meter lang und 3,20 Meter breit fasst die Alpsee-Lädine etwa 25 Passagiere. Sie hat insgesamt 44 Quadratmeter Segelfläche. Zu dem stattlichen Gewicht tragen der hydraulische Hubkiel mit 2,1 Tonnen schwerer Kielbombe und der 1,5 Tonnen schwere Batteriesatz bei. Das Schiff hat einen umweltschonenden Elektromotor, um die Rückkehr bei Windstille und das Manövrieren bei starkem Wind zu erleichtern. Beim „Einparken“ hilft ein kräftiges Bugstrahlruder.
Den Großteil der rund 270000 Euro Kosten tragen die Europäische Union und die Stadt Immenstadt. Der Verein steuert Geld und Eigenleistungen im Volumen von 25000 Euro bei.

Weiter auf vollen Touren läuft der Namenswettbewerb für den Alpsee-Segler. Bald 200 verschiedene Vorschläge sind eingegangen – bis aus Berlin und der Schweiz. Egal wie viele schöne, kreative Ideen vorliegen, es können mehr werden. Schließlich dauern die Vorbereitungen bis zur Taufe und der künftigen Passagier-Schifffahrt noch einige Wochen.

Damit sich das Nachdenken lohnt, prämiert der Verein die besten Vorschläge und lädt die Urheber samt Begleitung zur kulinarischen Alpsee-Rundfahrt ein. Den „Eltern“ des letztlich gewählten Namens winkt zudem ein kostenloser Besuch des Bergbauernmuseums in Immenstadt-Diepolz samt deftiger Brotzeit. Für das Schiff ist ein griffiger weiblicher Name gefragt. Schließlich gilt der Alpsee-Segler Sachen Fremdenverkehr als gewichtige Attraktion.

Das Spendenkonto des Vereins: Nummer 610316994, Sparkasse Immenstadt, BLZ 73350000.

Wer Namensvorschläge für die Lädine hat, kann sie im Gästeamt am Marienplatz abgeben oder per Fax (08323) 98364 bzw. E-Mail abschicken: alpseesegler@janner.de
 
 
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